Mittwoch, 24. Juli 2024
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Am Montag öffnet Estland die Ehe für schwule und lesbische Paare

Ab Montag können schwule und lesbische Paare in Estland heiraten. Der baltische Staat ist somit der erste Nachfolgestaat der Sowjetunion, der die Ehe geöffnet hat.

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Es war ein historischer Moment, als sich im Juni dieses Jahres eine Mehrheit des estnischen Parlaments für jene Änderung des Familiengesetzes gestimmt hat, die die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet hat.

Ein deutliches Zeichen für LGBTI-Rechte aus dem Osten Europas

Das ist ein deutliches Zeichen, dass es auch auf der anderen Seite des ehemaligen Eisernen Vorhangs Fortschritte für die Rechte sexueller Minderheiten geben kann: Bis jetzt hatte unter den postkommunistischen Staaten nurSlowenien die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet – und unter den Staaten der ehemaligen Sowjetunion ist Estland nun das erste.

Estland hatte schon 2014 Eingetragene Partnerschaften für homo- und heterosexuelle Paare eingeführt. Diese sind aber durch eine Blockade der Konservatien – kaum mit Rechten verbunden und deshalb auch nicht besonders attraktiv.

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Gleiche Rechte für gleich viel Liebe

Mit dem Stichtag 1. Jänner 2024 werden nun alle rechtlichen Ungleichheiten aufgehoben, die bisher zwischen homosexuellen und heterosexuellen Paaren bestanden haben. Gleichgeschlechtliche Paare erhalten damit auch zum ersten Mal die Möglichkeit einer gemeinschaftlichen Adoption oder Stiefkindadoption.

Unter der 1,3 Millionen Einwohner zählenden Bevölkerung ist die Ehe für schwule und lesbische Paare akzeptiert. In einer Umfrage des Zentrums für Menschenrechte sprachen sich dieses Jahr 53 Prozent der Bevölkerung dafür aus. Vor einem Jahrzehnt waren es nur 34 Prozent gewesen

Besonders die russische Minderheit hat ein Problem mit Homosexualität

Allerdings halten auch 38 Prozent der Esten Homosexualität für inakzeptabel. Ablehnung gibt zufolge vor allem unter der ethnisch-russischen Minderheit, die ein Viertel des Landes ausmacht. Sie ist stark der LGBTI-feindlichen Propaganda aus Moskau ausgesetzt.

Auch in den anderen baltischen Ländern gibt es Bestrebungen zur Öffnung der Ehe oder Einführung einer Eingetragenen Partnerschaft.