HomeAllgemeinBaptisten fordern Ende der gleichgeschlechtlichen Ehe in den USA

Baptisten fordern Ende der gleichgeschlechtlichen Ehe in den USA

Nach dem Vorbild des Abtreibungsurteils Roe v. Wade wollen die Southern Baptists auch die Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare kippen – ein deutliches Signal wachsender konservativ-evangelikaler Ambitionen.

Eine der größten protestantischen Kirchenversammlungen in den Vereinigten Staaten will die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare rückgängig machen. Das berichtet die New York Times.

Die Southern Baptist Convention (SBC) hat am Dienstag mit deutlicher Mehrheit eine Resolution verabschiedet, die zur Aufhebung des höchstgerichtlichen Urteils im Fall Obergefell v. Hodges aufruft. Dieses hatte im Jahr 2015 gleichgeschlechtlichen Paaren das Recht auf Eheschließung in den USA zugesichert.

Erfolg gegen Roe v. Wade dient als Strategie-Vorbild

Die Abstimmung fand am ersten Tag der Jahresversammlung der Southern Baptists in einem Kongresszentrum in Dallas statt. Laut Andrew Walker, einem Ethiker am Southern Baptist Theological Seminary in Kentucky und Autor der Resolution, wolle man „das Gespräch am Leben halten“ und langfristige Ziele verfolgen.

Die Resolution sei ein Schritt in diese Richtung, so Walker. Die Strategie der Southern Baptists erinnert bewusst an jene konservativen Taktiken, die letztlich das Recht auf Abtreibung, formuliert im Urteil Roe v. Wade, zu Fall brachten.

Breite Agenda: Von Ehe bis Transgender-Debatte

Die Resolution geht jedoch weit über ein Verbot der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare hinaus. Sie fordert unter anderem ein Ende der Finanzierung der Familienplanungs-Stelle Planned Parenthood, betont elterliche Rechte in Bildung und Gesundheitsversorgung und positioniert sich gegen die Teilnahme von trans Frauen am Frauensport.

„Wir wissen, dass wir derzeit eine kulturelle Minderheit sind“, sagte Denny Burk, Präsident des konservativen Rates für biblische Männlichkeit und Weiblichkeit. „Aber wir wollen eine prophetische Minderheit sein.“ Burk bezeichnete die Resolution als wichtigen Markierungspunkt im öffentlichen Diskurs.

Kritik an Kinderlosigkeit und sinkender Geburtenrate

In der Resolution äußert sich die SBC auch besorgt über eine vermeintliche „Krise“ sinkender Geburtenraten in den USA. Die Delegierten lehnen „willentliche Kinderlosigkeit“ ab. Baptisten lehnen Empfängnisverhütung zwar nicht grundsätzlich ab, betonen aber zunehmend die gesellschaftliche Bedeutung großer Familien.

Auch das Thema Pornografie wurde auf der Tagung aufgegriffen. Eine weitere Resolution forderte ein Verbot und sprach sich gegen die Verharmlosung der Branche aus. Gleichzeitig wurde auch der Sportwettenmarkt kritisiert. In der verabschiedeten Erklärung heißt es: „Wir verurteilen die Normalisierung dieser ausbeuterischen Industrie in allen sportlichen Kontexten.“

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